Typhus hat geschrieben: 14.06.2026, 23:44
Mit Ausnahme von PUBG sind alle Spiele in den Top 10 kostenlos¹ und mit extrem geringer Einstiegshürde² zur Teilnahme. Es ist also, zumindest für mich klar, das diese Turniere von Gästen gefüllt werden die vermutlich in ihrer Freizeit keines dieser Spiele aktiv/kompetitiv spielen.
Generell finde ich die Anzahl der Turniere so wie sie ist schon in Ordnung. Die Siegerehrungen ziehen sich aktuell ja schon sehr lange

. Mir fallen zwei Wege ein wie die Situation mit den Turnieren verbessert werden kann:
- Zwischen jeder BieberLAN die 3 am wenigsten bespielten Turniere mit 3 experimentellen neuen Turnieren wechseln und sehen "what sticks".
- Im Vorfeld eine große Umfrage raus hauen wo jeder, jedes Spiel vorschlagen kann.
Sehr akkurate Analyse. Für AoE 2 stimmts allerdings nicht ganz, dass Manfred, zweifacher Vater keine Chance hat, da die ersten Plätze von Vätern belegt werden

Aber das ändert ja nix an der Grundaussage, vor allem weil bei AoE2 auch nicht soviele mitmachen. Im Grunde gehst du aber nicht auf die ursprüngliche Frage des Threads ein, sondern machst ein neues Thema auf:
Wie werden die Spiele selektiert, die am Ende Turnierspiele werden?
Auch eine gute Frage, ich finde es allerdings fragwürdig, ob das Ziel ist, dass die Turnierorga sich dann überlegt, wie man so einen riesen Zeitfresser wie Catan, gleichzeitig mit einem Poker und Schach anbieten kann. Dann hat sich vielleicht aus den Abstimmungen ergeben, dass Monopoly auch sehr beliebt ist, die Magic Spieler gerne ein kleines Turnier hätten, sich aber noch nicht einigen können ob es eher cEDH sein soll oder T2 oder vllt ein 2-köpfiges Ogerturnier. Manfred, 2-facher Vater geht mit seinem Sohn auf Pokemon-Karten Turniere und hat viele andere Manfreds gefunden, die das auch tun und jetzt hätten sie auch Bock auf ein Pokemon TCG Turnier, wofür sich überraschend eine Mehrheit gefunden hat.
War jetzt natürlich überspitzt, ich denke die letzten beiden Dinge passieren eher nicht

Aber das sollen auch nur Beispiele sein für andere Dinge, die passieren könnten.
Ich finde es auch Quatsch sowas wie Catan als Turnier auszutragen, weil das Spiel sehr viel luck+snowball hat, klar hat Poker auch, aber man kann sich deutlich besser durch gute Plays wieder zurückholen und Catan hat ein viel größeres Problem, dass man mehr Tables braucht und auch mehr Runden als Poker. Ich glaube, die bessere Idee wäre eine Brettspiel-Area einzuführen, wo man wie im Gastspielhaus bspw. Brettspiele ausm Regal nehmen kann und spielen kann, dann kann das jeder tun, der Bock drauf hat, aber da hängt kein riesiger Rattenschwanz von einem Turnier dran. Weil am Ende sind die Schwitzer-Turniere, bei denen ich mich anmelde halt nur mit wenig Coins belegt und dann such ich mir die Sachen raus, wo ich mir denke, ach da trifft man bestimmt paar interessante Leute und hat Spaß. Der Turnieraspekt ist mir da ziemlich Wurst, weil ich z.B. bei einem Schachturnier eh nicht gewinnen werde, wenn ich halt zwischen zwei BieberLANs mal 3 Runden mit meinem Kindern spiele
Bei Poker kann ich es noch am besten nachvollziehen, weil das Spiel einfach viel spannender ist, wenn Echtgeld-Einsatz oder wenigstens ein Turniervorgang vorliegt.
Aber gut, mal zum eigentlichen Threadthema:
fl0w hat geschrieben: 14.06.2026, 20:56
TL;DR:
Manche Turniere haben kaum Teilnehmer, andere sind oft voll - Die Verteilung der angebotenen Slots sollte neu überprüft werden. Vielleicht ergibt sich daraus sogar die Chance auf mehr Turniere?
Ich glaube, hier liegt ein Trugschluss vor. Durch das Reduzieren der Slots bei Turnier A,B und C wird es nicht möglich mehr Turniere X,Y,Z anzubieten.
Es gibt beim Turnierablauf folgende Bottlenecks:
- 1. Serieller Zeitbedarf eines Turniers
- 2. Parallelisierbarer Zeitbedarf eines Turniers
- 3. Asynchroner Zeitbedarf der Spieler
- 4. Konkurierender Zeitbedarf der Spieler (Coin-Zeit Verhältnis)
Serieller Zeitbedarf eines Turniers ist leicht zu verstehen. Wie lange dauert ein Turnier an sich, also wenn ein Pokertisch 2 Stunden dauert und es 2 Stages gibt, also noch einen Final Table nach den ersten Tables, dann ist der Zeitbedarf erstmal 4h. Dazwischen muss es 1h Pause geben und realistisch gesehen, kann es auch mal einen Tisch geben, wo der Drops nicht nach 2h gelutscht ist, sondern es etwas länger dauert, obwohl die Odds eigentlich gut steigen, vllt hat einer zuviel California Reaper beim neuen "Wer kann am schärfsten Essen"-Turnier genascht und muss mal für 30 min aufs Klo, also sagen wir nochma 1h Puffer. Dann hast du 6h serielle Dauer des Turniers. Wenn du noch 2 Stages hinzufügen willst, verlängert sich die Dauer und irgendwann kommt man an einem Punkt an, wo man sagen muss, ja dieses Turnier allein ist schon so umfangreich, dass du als Spieler nix anderes mehr machst. Das ist ein harter Bottleneck, den die Turnierorgas berücksichtigen müssen und das ist der Grund, warum es halt nicht vorher 3 Stages gibt und jeder, der in einer Stage einen Tisch gewonnen hat, kommt weiter, sondern es gibt halt nur eine Stage vorm Final Table und die besten 2 kommen halt weiter.
Parallelisierer Zeitbedarf eines Turniers ist i.W. wie oben, nur dass man Spiele eben parallel abfrühstücken kann, bei vielen Turnieren gibt es hier keinen Bottleneck, weil jeder einen PC dabei hat und alle Spiele einer Stage parallel ablaufen können, d.h. das Turnier wird nur durch den seriellen Teil an sich bottlenecked. Ein Gegenbeispiel wäre Schach, da gibts halt nur 3 Tische mit Spielbrettern, nur 2 Schachuhren, manchmal sind dann nur Amateure da (wie ich), die keine Schachapp aufm Handy haben, vllt kann man es mit Tauschen beheben, weil ein Pro am Nebentisch die App hat und dann deren Uhr frei wird, aber es laufen halt dann trotzdem maximal 3 Spiele parallel ab, obwohl der Turnierbaum jetzt 16 Begegnungen anbietet.
Asynchroner Zeitbedarf der Spieler ist vllt nicht immer der perfekte Begriff, vllt sollte man sagen Asynchrone Verfügbarkeit der Spieler, jedenfalls sind Turniere auch dadurch limitiert, dass manche Leute um 12 Uhr ins Bett gehen und andere bis 4 Uhr bereit sind Turniere zu zocken, entsprechend sind die einen dann um 9 Uhr wieder wach, die anderen um 13 Uhr. Jeder kennt das eigentlich, man will sein Turnier weiterspielen, aber am Platz vom Gegner sagen einem die Clankollegen, ja der pennt noch. Dasselbe gilt natürlich, wenn jemand in einem synchronen Turnier sitzt, bspw. am Pokertisch, dann kann er auch asynchrone Partien nicht spielen, sondern da muss dann erstmal gewartet werden, bis beide Spieler gleichzeitig verfügbar sind. Der eine wartende Spieler fängt dann aber vllt was anderes an, man kennt es. Entsprechend gibt es auch oft so einen Effekt, dass dann die besonders limitierten Spiele vorrang bekommen "Ja Poker muss halt genau jetzt sein", "Es ist gerade ein Schachbrett frei" usw. Der Bottleneck ist also i.W. dass Spieler zwar eigentlich genug Zeit hätten, ihre Turnierspiele zu machen, aber es nicht zuverlässig synchronisierbar mit ihren Gegnern ist.
Konkurierender Zeitbedarf der Spieler (Coin-Zeit Verhältnis) stellt dann die Steigerung des vorherigen Punkts dar, d.h. die Spieler haben eigentlich gar nicht mehr genug Zeit, alle Turnierspiele zu erledigen, weil sie einfach an zuvielen Turnieren gleichzeitig teilnehmen. Für dieses Problem wurden die Coins eingeführt, damit Spieler gar nicht mehr an sovielen Turnieren teilnehmen können, dass dieses Problem systematisch eintritt. Damit das funktioniert, muss das Coin-Zeit Verhältnis stimmen, d.h. der Coinpreis eines Turniers muss mit dem Zeitaufwand des Turniers im sinnvollen Verhältnis stehen.
Warum ist es nun ein Trugschluss, dass man durch Slotreduzierung bei unbeliebten Turnieren mehr Turniere anbieten kann? Die Slotreduzierung löst vor allem Bottleneck Probleme bei Kategorie 1 und evtl Kategorie 2, d.h. serieller und parallelisierbarer Zeitbedarf. Tatsächlich löst es allerdings auch dort keine Probleme, da ja hier vor allem Slots reduziert werden sollen, die gar nicht genutzt werden. Es kann insofern helfen, als dass dann ein AoE2 Turnier 8 und nicht 9 Spieler hat und 1 Stage wegfällt, wodurch die serielle Dauer sinkt. Aber wenn man jetzt z.B. von 32 auf 16 reduziert, dann ändert es sowieso nix, weil da 8-12 Spieler angemeldet sind. Warum wählt die Turnierorga bei diesen Spielen überhaupt so große Teilnehmerzahlen? Weil die Turniere eh funktionieren und es da selten zu zeitlichen Problemen kommt.
Was passiert, wenn man jetzt mehr Turniere X,Y,Z einführt? Die Turniere können ja für sich vollkommen gut zu managen sein, weil sie in Kategorie 1 und 2 passend gestrickt sind, aber sie produzieren dann schnell mehr Probleme in Kategorie 3 und 4. Diese Probleme sind aber managebar, wenn das Coin-Zeit-Verhältnis stimmt. Dann kann man auch mehr Turniere einführen.
Man könnte mehr Turniere einführen ohne die Slots bei anderen zu reduzieren und wenn die Coins stimmen, dann führt das dazu, dass dann eben Poker oder Tischkicker oder Minigolf nicht mehr voll sind, d.h. nicht mehr ausgelastet sind, weil manche Leute dann doch lieber Catan oder Monopoly spielen wollen. Wenn man hingegen die Coins nicht sinnvoll wählt, dann wird natürlich der ganze Ablauf gesprengt und Bottleneck 4 wird besonders auffällig (ist ja teilweise so).
Jetzt gab es eine Neuerung, die Time Slots, die die bestehenden Mechanismen ergänzen. I.W. wird hier dasselbe Problem versucht zu lösen wie mit den Coins, allerdings a posteriori und nicht a priori, d.h. die Coins sollen es von vorneherein verhindern und die Time Slots werfen die Leute halt raus, wenn sich hinterher rausstellt, dass sie sich für zuviel Turniere angemeldet haben. D.h. die Time Slots fixen auch ein schlecht gewähltes Coin-Zeit-Verhältnis, sind aber natürlich frustrierend. Bei einem gut gewählten Coin-Zeit-Verhältnis über alle Turniere würden die Time Slots nur 2 Dinge lösen: a) Spieler, die ihre Zeit schlecht managen und eigentlich alle Turnierspiele unterkriegen müssen, aber halt wenn ihr Gegner am Platz steht und spielen will, dem sagen "JA, warte mal, ich muss hier gerade noch diese extrem wichtige Runde Pirates, Vikings & Knights mit meinem Tischnachbarn zu Ende spielen, wir sind grad mittendrin!" und b) Spieler, die unglücklich zwischen synchronen und asynchronen Turnieren hängen, d.h. sie müssten eigentlich ihr CS matchup spielen, aber es läuft gerade gut bei Poker und sie sind am Final Table und jetzt müssen sie sich durch den Time Slot der abläuft entscheiden, ob sie Poker aufgeben oder CS. Die Turnierorga kann natürlich sagen, ja sowas machen wir nicht, die Leute können doch fertig pokern, dann lösen die Time Slots aber nicht mehr das Problem, was sie eigentlich lösen sollen
Also wahrscheinlich kann man auch mehr Turniere anbieten, wenn die Coin-Bepreisung strenger wird (ein Schach mit 1 Coin war zu günstig, aufgrund der schlechten Parallelisierung bspw, aber auch viele 0 coin Turniere, sollten vllt einfach 1 coin kosten), Slots von unausgelasteten Spielen zu schließen wird aber nichts bringen. Ich habe gar nicht alle meine Coins ausgereizt, war aber mit den Turnieren gut beschäftigt und überlege auch, ob ich nächstes Jahr Poker weglasse, einfach um mehr Zeit mit meinen Clankollegen zu haben. Ich war aber auch bei ein paar 0 coin Turnieren angemeldet. Hätten die 1 coin gekostet, wären meine Coins auch leer gewesen...
Eine sehr interessante Metrik, die man mal auswerten sollte, um hier bessere Entscheidungen zu treffen:
Die Verteilung der genutzten Coins über alle Spieler der BieberLAN und wenn man schon dabei ist, auch die Teilmengen für jedes Turnier davon. Vielleicht gibt es viele Leute, die einfach gar kein Bock auf Turniere haben und sich für nix anmelden, weil sie einfach nur Satisfactory durchsuchten wollen und dann demgegenüber viele Leute, die sich für soviel Turniere wie möglich anmelden und alle Coins ausreizen. Vielleicht gibt es aber auch eher eine Gauß- oder Poisson-Verteilung, d.h. ein paar Leute an den Rändern, die alle Turniere mitnehmen oder gar keine und die breite Masse macht nur bei 1-2 Turnieren mit, nutzt ihre Coins nicht aus, weil für sie nur 1-2 Turniere interessant sind. In dem Fall würde das Anbieten von mehr Turnieren absolut sinnvoll sein. In dem Fall muss auch nicht dieser Effekt eintreten, dass durch Anbieten von Monopoly und Catan auf einmal nur noch 30 Leute beim Poker sind, weil es vllt völlig andere Gruppe nsind von den über 500 Teilnehmern.